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KONZERTE

www.pianistika.de - Die Zeitschrift für Pianisten und Klavierpädagogen - Beata Ziegler Gesellschaft e.V

Die 1931 in Kiew geborene und bei München lebende Pianistin Alla von Buch mag wohl nicht der "auserwählten Gruppe" weltweitbekannter Pianistenstars angehören (Gottseidank möchte man fast sagen), dennoch (oder gerade deswegen) zählt sie gegenwärtig mit ihrem begnadeten cantablen Klavierspiel in Wirklichkeit zu jenen wenigen Auserwählten der Klavierspielkunst, welche in aller Einfachheit betont das Wesentliche der Musik zum Ausdruck bringen. Ihre jahrzehntelange Beschäftigung als Klavierdozentin am Münchner Konservatorium, ihre herausragende Arbeit als künstlerische Botschafterin der MUSIK - all dies mag wohl dazu beigetragen haben, dass ihr Klavierspiel in den Jahren keineswegs gelitten hat - im Gegenteil! Kaum zu übertreffen ist ihr intimes Piano-Spiel auf dem Instrument, ebenso ihre interpretatorische Authentizität gegnüber Mozart, Scarlatti, Haydn und ... Chopin. Wer die Pianistin Alla von Buch noch nicht mit Chopin gehört hat, hat sicherlich etwas versäumt. Die Interpretin Alla von Buch ist im Moment der Geheimtipp der Klavierszene. Dem Münchner Klavierpublikum bleibt nur zu wünschen, solch eine Pianistin des öfteren erleben zu dürfen. Denn wann und wie oft hat ein Publikum schon die Gelegenheit, noch wahrhafte Poeten des Klavierspiels live zu erleben? RED.

>>>>>>> Alla von Buch spielt Skrijabin/Youtube

WINNERS & MASTERS

Es ist mehr als begrüßenswert, wenn Konzertveranstalter die echten Talente ihrer Aspiranten sensibel und richtig einzuschätzen wissen, wie im Fall des jungen, aufsteigenden Pianisten CHI HO HAN (**1992).Im sehr gut besuchten Auftaktkonzert der Reihe "Winners & Masters" bestritt nach der Sommerpause der extrem talentierte Klavierkünstler seinen Konzertabend im kleinen Konzertsaal des Münchner Gasteigs auf höchst eindrucksvollste Weise. Chi Ho Han studierte bei Frau Jiae Kim und Prof. Kyung Seun Pee in Soeoul. 2008 ging er nach Deutschland, um an der Essener Folkwang Universität der Künste bei Prof. Arnulf von Armin seine Studien fortzusetzen. Seit 2012 lernte und studierte er an der Hochschule für Musik in Hannover bei Prof. Arie Vardi.Die Veranstalter von "Winners & Masters" sind bemüht, aus der Überzahl von begabten Nachwuchstalenten nur die hochkarätigsten auszuwählen. Das Programm des 2.Halbjahres 2015 zieren Namen wie Chi Ho Han, welcher im ARD-Wettbewerb 2014 vor einem Jahr einen 2.Preis errang, der erste Preis blieb unvergeben, warum ließe sich fragen? Nach einem Jahr also das erste Wiedersehen, ein Wiederhören auf einer kleinen Bühne, wie die des kleinen Konzertsaales im Gasteig in München. Am Freitag, den 4.Dezember 2015 folgt auch der dritte Preisträger Kang-Un Kim des 2014er ARD-Wettbewerbs mit pianistisch anspruchsvollsten Programm, auch ein wunderbar begabter Pianist. Doch zurück zu Chi Ho Han. Den Abend begann er mit der Sonate Nr.28 A-dur op,101 von L.v.Beethoven und verblüffte einmal mehr mit einer pianistisch souverän ausgeführten, ausgeleuchteten Darstellung des ca. 20 minütigen Werkes. Anschließend die "Kreisleriana" von Robert Schumann, die ihm durch auffallend spontanen Zugriff ausgesprochen gut zuliegen schien. Hier bot er sein ganzes solistisches Können in noch gesteigerterer Form, verglichen mit dem zuvor eher im "klassischen Sinne" interpretierten Beethoven. Schien auch Han´s Klavierspiel programmatischen Mustern zu folgen, welche dem Münchner Publikum in Klavierabenden verständlicherweise klanglich vertraut sind, an diesem Abend sogar alles in nächster Nähe des gut gestimmten Steinway-Flügels- ich saß nah genug in der letzten Reihe - konnte ich mich "wieder einmal" eines Gefühls nicht erwehren, welches letztendlich zu der Frage führt:Welche künstlerisch pianistische Förderung erhalten aufstrebende Pianisten wie Chi Ho Han noch auf dieser höheren Stufe ihrer persönlichen Entwicklung/Karriere? Damit meine ich gar nicht die wachsende Freude und Souverenität, sich in jungen Jahren schon auf den Bühnen der Welt einen Namen zu machen, sondern beklage eher die Häufigkeit, Ruhe- und Pauselosigkeit des ununterbrochenen Zielstrebens. Als ob ein G8 nicht nur in unserem Schulsystem für Dissens sorgt, jetzt auch noch auf den Konzertbühnen? Sind es nicht die stereotypen Spielarten, die dabei zwangsläufig standartisiert, ja generiert werden, schon in jüngsten Jahren auf der Schwelle zu einer möglich gewordenen großen Karriere? WENN DIE STABILE MITTE FEHLT- Wie genau sehen diese Art "sterotypen Spielweisen denn aus und wie hören sie sich an? Grob ausgedrückt ließe sich sagen, dass ein Spieler mit dem Format eines Chi Ho Han zwar die musikformalen Umrisse der Werke von Beethoven, Schumann oder Chopin gefällig und fürs Publikum nachvollziehbar darzustellen vermag, in denen auch dynamische Extreme wie pp und ff in textgetreuer Ausführung musikalisch sogar überzeugend wirken. Was ist aber, wenn diese jedoch(!) nur als Eckpunkte ihren Zweck zwar erfüllen, eine "Stabilität der Mitte" jedoch vom Spielenden nahezu völlig ausgeblendet scheint, meiner Vermutung nach unterentwickelt "noch" ist - weiter - das Forte und die Fortissimos einem zügellosen, mit echter Freiheit verwechseltem Reindreschen gleichkommen, das piano und pianissimo jeglicher "inneren Kraft" und Kernigkeit entbehren, nicht gründlich genug klangkultiviert wurden von Anfang an, was ist dann der Fall? Ist es die Schuld des noch jungen heranwachsenden Spielers oder ist es gar den schwerwiegenden Versäumnissen der Ausbilder zu schulden, dass hier das Stereotyp in der Musik, auf den Bühnen dieser Welt immer häufiger Einzug hält? Verelendung des Klavierklanges? Diese Ansichtsweise würde das ein Stück weit "Alleingelassenwordensein" des Studierenden zur Vorraussetzung haben und hat es auch.- Defizitäre Ausbildungsinhalte des praktischen Klavierstudiums? Methodische Tabuthemen des Klavierunterrichtens sowie der Klaviertechnik schlechthin! - Ohne Frage, kein leichtes Thema, denke ich mir im Stillen und doch ist es mir klar: die Antworten auf all diese Versäumnisse liegen in der Stille, in den Pausen. Leicht erkennbar, wenn so häufig das Donnern und Dreschen die Oberhand gewinnen.Danach folgte die Pause. Die zweite Hälfte seines Konzertprogramms begann der spielerisch begnadete Künstler Chi Ho Han mit einer Klavierkomposition des Pianisten Marc Hamelin. "Pavane varieé" zieht alle Register an Virtuosität und der Pianist meistert sie mit Bravour. Danach folgten die "24 Preludes op.28" von Fr.Chopin, der program-matische Hauptblock des Abends. Auch hier ist Chi Ho Han wirklich in seinem Element, größe Virtuosität und Spielfreude werden spürbar, leicht jedoch wieder kommt er an seine eigenen Grenzen, welche durch spontane Härte zu häufig kompensiert werden, leider. Insgesamt möchte ich sagen, dass es ein sehr erfolgreicher Abend für den Pianisten zu sein schien, sieht man von den oben erwähnten Einzelheiten ab, welche jedoch in Zukunft unbedingt zu vermeiden wären. Wie jedoch, ist die Frage?Eine einfache Antwort kann es nicht geben. An der weiteren praktischen Ausbildung von Klangkultur und Tonbildung gilt es intensiv noch zu feilen, ist nur eine der möglichen Antworten, aber dies benötigt weitere Zeit der Fortbildung, der Grundlagenverbesserung pianistischen Könnens in allen Bereichen.Was stünde diesem begnadeten Talent denn eigentlich im Wege, außer ein voller Terminkalender? (!)Der Dank gilt abschließend den Veranstaltern, welche herausragenden Pianisten wie Chi Ho Han auch in Zukunft die Möglichkeit bieten, sowohl in kleineren wie auch in viel größeren Sälen Münchens Konzertabende zu geben! In nicht mehr als fünf Jahren wird der Pianist Chi Ho Han hoffentlich ganz oben sein! I.C.

CHI HO HAN

HAPPY NEW YEAR 2017

Ein Klavierjuwel: die Pianistin Alla von Buch