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Methodik Klavier

www.pianistika.de - Die Zeitschrift für Pianisten und Klavierpädagogen - Beata Ziegler Gesellschaft e.V.

Das Klavierpädagogik-Studium an deutschen wie auch internationalen Musikhochschulen weist einen unerhörten Grad an lehrmethodischen Defiziten auf. Eine aktuell kritische Bestandsaufnahme angewandter Klaviermethodiken scheitert für Klavierstudenten, Klavierpädagogen und Jungpianisten allein schon am vorherrschenden Wirrwarr der Methodikdozenten innerhalb dieses Fachbereiches an den Musikhochschulen. So orientieren viele sich nur noch allein am öffentlichen "Marktwert" eines Klaviermeisters und Pädagogen, nicht mehr an dessen methodischen Lehrinhalten. Manch eine/r unter jenen erfährt erst außerhalb der Hochschule zufällig auf Meisterkursen über spezifische Inhalte möglicher wie unmöglicher Methoden. Ein Klaviermethodik-Buch zu lesen gilt immer noch als zu zeitaufwen-dig, da übt manch Eine/r lieber. Allzu leicht gerät man unter solchen Vorraussetzungen in die Fänge methodisch unausgego- rener Klavier-Gurus. Die Steilvorlage, die unsere Musikhochschulen zu diesem Dilemma liefern ist dabei nicht zu übersehen. Diese beziehen zu jenen Methodikern, welche in Vergangenheit und Gegenwart unermeßliche Schätze geborgen haben aber auch keinerlei Stellung, nach dem Motto "Man bilde sich seine eigene Meinung" - man halte sich heraus aus den methodischen Diskursen und wirft deswegen sogleich einen dicken Klavierlexika-Wälzer....(Musikhochschule - München) auf den schon längst übersättigten Büchermarkt der Klavierindividualfreaks. Womöglich aus eigenem Unwissen? Unterschätzen sie ihren eigentlichen Lehrauftrag? Lesen sie sonst nur Heinrich Neuhaus? Ein bißchen Martienssen, Gát, Margit Varro, Breithaupt, Brendl und sonst vielleicht ... gar nichts? ... Nun ja, selbst ein klavierspielender Musikhochschuldirektor kann so gesehen nur solches zum Besten geben, worauf sich sein eigenes klaviermethodisches Wissen stützt, beziehungsweise nicht stützt - dieser lässt dann lieber andere für sich schreiben. Solange jedoch Name und Werk wirklich genialer Klavierpädagogen und Klaviermethodiker wie Ludwig Deppe, Elisabeth Caland, Elgin Roth, Beata Ziegler, Anna Stadler und Friedrich Rabl den Studenten an unseren Musikhochschulen noch völlig unzureichend nahe gebracht werden und immer noch aussen vor bleiben, solange werden sich Klavierprofessoren weiter gerne hinter ihren "viel"seitigen Klavierlexika bestens zu verstecken wissen, weiterhin methodisch keinerlei offene Stellung beziehen zu Theorie und Pragmatik der Klavierspielkunst und somit wie gewohnt den Klavierstudenten qualitativ gesehen das "klaviermethodisch Beste" vorenthalten. Ja, nicht nur aus purem methodischen Unwissen heraus, da, wie es immer offenkundiger wird, methodisches Unwissen mit pianistisch praktischen Unwissen Hand in Hand zu gehen pflegt. Wo bleibt da noch die Einsicht? Also: Farbe bekennen meint kritisch Stellungnehmen. Ivo Csampai

Methodik Klavier - Offen Farbe bekennen !






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